Das letzte Paradies

Manila

Der Flughafen riecht nach Reinigungsmitteln und nach Büro. In Bali ging einer unserer Rucksäcke verloren, wurde aber nach einer Stunde wiedergefunden. In Manila läuft alles glatt. Aufatmen. Wir sind in Manila, Metro Manila, Hauptstadt des letzten Paradieses. Ein Paradies mit 110 Millionen Menschen auf 20.000 Inseln verteilt. Keine Ahnung wie viele davon wirklich besiedelt sind. Die Wenigsten. Unser letztes Paradies. Das letzte Paradies, das wir, jedenfalls auf dieser Reise, ansteuern werden.
Die Luft ist raus. Reisemüdigkeit. Eigentlich wollen wir nach Hause. Nach Hause zu Käseplatten, Ofenheizung, der M10, dem Neffen, Kollegen, Familie. Zum Tomsky und zum eigenen Wohnzimmer. Was auf dasselbe hinausläuft. Dem eigenen Bett und der eigenen Küche, mit dem Schneidebrett das man ausziehen kann und in dem die Messer liegen. Zurück, um zufällig wieder geliebten Freunden zu begegnen, die mittlerweile Eltern sind. Zurück zur eigentlichen Liebe, Berlin. Keine Sehnsucht nach der Heimat, denn die ist überall. Aber dem Zuhause. Domenic, Philipp, Paula G. und Paula K. und Paula S., Franzi, Heike, Nici, Asisa, Jolene, Nina und noch viele mehr. Hin zu dem Ort, der nur einem selber gehört, den einem niemand nehmen kann solange man die Miete zahlt, aber dafür arbeitet man ja. Hier arbeiten wir überhaupt nicht, verballern nur und sind in einer fremden Heimat, nur eben nicht Zuhause.

Coron

Aber wir sind im letzten Paradies. Den Philippinen. Palawan. Türkisfarbenes Wasser, Boote mit Auslegern aus dickem Bambus rechts und links, die von Nylonfäden zusammengehalten werden. Die Tricycles knattern an Land über die Buckelpisten. 3-takter Motorräder, die an eine Art Rikscha angeschweißt werden und ständig hilfesuchend absaufen, weil die Kupplung von der halben Tonne Gewicht von Mitfahrern und Gepäck überfordert ist. Improvisation. Wir improvisieren. Aber wir saufen nicht ab. Eigentlich wieder zu Hause sein zu wollen, aber doch genießen zu wollen. Und zu müssen. Es sind 7 Wochen. Einmal Sommerferien. Wärme, die es in Deutschland nicht gibt. Der muffige Geruch des am Straßenrand abfließenden Wassers aus tausenden unsichtbaren Abflüssen, die es in Deutschland auch gibt, aber nicht auf der Hauptstraße, sondern darunter. Palmen die wagemutig im steilen Winkel auf das Meer zu wachsen, anstatt zum Himmel, wie es die Begonien zu Hause brav tun. Die Pflicht ein Privileg zu genießen. Nicht in Köpenick oder Pankow zu sein, obwohl man so gerne da wäre. Obwohl man selbst im Büro oder in der Uni vermeintlich viel lieber wäre als an einem der vielen Strände, die wir in den letzten 14 Monaten aufgesogen haben. Die Kür wird zur Pflicht. Aber wir wissen: nach 2 Wochen Deutschland werden wir wieder los wollen, aber nicht können. Donnerlitchen.

Die Touristenklasse der Fähre von Manila nach Coron ist von den hilfesuchenden Augen der Ausländer geprägt, die das Schiffsabteil nach Wohlgefallen absuchen. So haben sie sich das alles nicht vorgestellt. So etwas haben sie noch nie gesehen. Sie haben noch nie 600 Leute gesehen, die sich auf einer Schiffsetage in 12 Reihen von Doppelstockbetten aufteilen. Die Klimaanlage spielt das Lied vom Tod. Es ist eiskalt. Auf Deck sind es feuchte 35 Grad und es riecht nach Müll aus der Hafenmole. Ist etwas falsch mit mir, wenn die teuerste Klasse auf mich immer noch nach Deportation anmutet? Reisen auf den Philippinen. Charlotte ist fertig mit den Nerven, hat aber schon gecheckt, dass sich unten im Doppelstockbett die Rettungswesten befinden. Ja, es sind zwei. Eine für das obere Bett und eine für das untere. Alles in Ordnung. Es gibt Bier an Bord. Und Rum. 16 Stunden Fahrt stehen bevor. 16 Sunden, im Anschluss deren wir feststellen, nachdem wir um 4 Uhr morgens mit unserem rostigen Seelenverkäufer in Coron eingelaufen sind, dass es bis 14 Uhr noch 10 Stunden sind. Viele Stunden also, bis wir in unserer Unterkunft einchecken können. Wir lassen uns vom Fahrer des Tricycles ausnehmen, nachdem es zweimal abgesoffen ist und warten 10 Stunden im Vorraum unserer Unterkunft. Charlotte schlafend, sie kann in jeder Lebenslage schlafen, Felix wachend und rauchend. Der Rum ist leer. Schon seit 10 Stunden. Das Bier auch. Scheiß Planung.

2 Tage später, das nächste Boot. Wesentlich kleiner. In der Mitte ein 3 Meter breiter Kahn, weiß gestrichen, rechts und links Ausleger aus Bambus, die von Nylonfäden zusammengehalten werden. Das Wasser ist azurblau, die Sonne strahlt. 12 Seelen an Bord. Nescafe-Plastiktütchen treiben ab und zu am gischtspritzenden Bug vorbei. Der Blick schweift über grünbewachsene Vulkansteinfelsen unbewohnter Inseln. Besser gehts nicht. Die Korallenriffe schmiegen sich an die Klippen. Wo man sie sieht, ist das Wasser über ihnen weißblaugrün. Und wir gehen Schnorcheln. Ein Bein nach vorne und vom Boot fallen lassen. Das Wasser ist warm und glasklar. Ab und zu schwimmt trotzdem Nestle an einem vorbei. Oder Coca-Cola. Es ist 9 Uhr morgens, noch sind die meisten Boote nicht an den einschlägigen Zielen. Man ist noch in der Unberührtheit des Bacuit Archipelagos wie es vor 20 Jahren gewesen sein muss. Die Inselromantik durch das Plastik von Vaterns Taucherbrille greifbar. Durch einen Felsspalt tauchen wir in eine Lagune, alle Korallen sind längst tot, so ist der Blick nach oben empor am Vulkangestein schöner als nach unten. Was man kaum für möglich gehalten hätte, weil die Farbe des Wassers die salzige Spucke wegbleiben lässt. Weiter. Auf den Philippinen sind die Tauchlehrer eher Laisser-faire. So ist es möglich mit Sauerstoffflasche in die Schiffswracks der japanischen Kriegsschiffe zu tauchen die hier liegen. Also in die Schiffswracks hinein. Das „East Tangat Wreck“ liegt auf 15 Metern Tiefe, die Sonnenstrahlen spielen über den rostigen Schiffsleib. Neoprenanzug und Flaschen sitzen gut, die Gewichte helfen den Touristen trotz ihres Körperfetts unten zu bleiben. Filipinos haben kein Körperfett. Packt man ihnen einen Kugelschreiber in die Hosentasche gehen sie unter wie ein Schlüsselbund im Tegeler See. Beim Eintauchen scheint das Wrack von innen schwarz, aber die Augen gewöhnen sich schnell an die Dunkelheit und der von Korallen bewachsene Stahl wird sichtbar. Man atmet langsam, um den Sauerstoff nicht zu schnell zu verbrauchen und lange unten bleiben zu können. In diesem japanischen Schiffsbauch hat die Crew, nichts Gutes ahnend, nach oben geschaut kurz bevor der erste und letzte Treffer das Boot für immer auf den Grund des Meeres geschickt hat. Heute perlen die Blasen unserer Atmung durch die Fugen und Ritzen des Wracks an die durch die Sonne phosphoreszierende Oberfläche. Der Stahlkoloss ist Teil des Korallenriffs geworden. Das war nicht im Sinne des Erfinders. 2 Stunden später tauchen wir durch einen Korallengarten, der das Great Barrier Reef alt aussehen lässt. Steinalt. Es war so beeindruckend, dass ich es nicht beschreiben kann. Am Abend werde ich feststellen, dass ich die letzten 3 Meter zu schnell aufgetaucht bin und etwas Schwindel verspüren. Wir rufen Heiko an, er antwortet nicht und ich überlebe die Nacht trotzdem.

Dimancal

Das größte Problem von Touristen sind Touristen. Man will der Erste sein. Ein Abenteurer. Weit ab vom Schuss und Dinge sehen und erleben die noch niemand vor einem zu entdecken gewagt hat. Wagemutig und auf Abwegen.
Ankunft auf Dimancal, einer einsamen Fischerinsel nahe Linapacan, die wiederum 3 Bootsstunden von Coron entfernt liegt. So sieht das Nirgendwo auf den Philippinen aus. Ein 500 Meter hoher Berg links, der steil abfällt und die Insel zu seinen Füßen ca. 2 Kilometer lang flach verlaufen lässt. Danach ist die Insel zu Ende und die Korallenriffe beginnen. Einsamkeit. Weit ab vom Schuss. Wir haben uns in Bundaberg diesen Platz ausgesucht, eine Kitesurfschule. Aufgebaut von einem Tschechen, der seit 8 Jahren auf Reisen ist und sich nun hier niedergelassen hat. Aber er ist gerade nicht da. Wir sind ihm in Coron kurz begegnet und er hat uns eine Überfahrt organisiert. Begrüßt werden wir von einer völlig überdrehten Lettin. Sie hat 2 Tage alleine auf der Insel verbracht, ohne sie zu kennen. Wie öffnet man Kokosnüsse, macht Feuer, vermeidet das der Wind Asche ins kochende Kaffeewasser weht und wie kriegt man verflucht nochmal das Radio an. Sie weiß es nicht, hat sich aber tapfer geschlagen. All das hat man ihr in ihrem Jurastudium nicht beigebracht. Nach ihrem Abschluss ist sie auf Reisen gegangen und hatte in den letzten drei Jahren keine Lust wieder zurückzukehren. Sie vermutet, dass sie auch in den nächsten drei Jahren nicht mehr zurückkehren wird. Wovor sie flieht haben wir nicht rausgefunden.

Felix: „Wo ist denn der Wasserkocher, ich mach mal nen Tee.“
Charlotte: „Gibt keinen Wasserkocher.“
Felix: „Hast du schon den Gasbrenner gefunden, dann nehme ich eben den.“
Charlotte: „Gibt keinen Gasbrenner.“
Felix: „Oh.“
Später.
Felix: „Naja na gut, dann… hole ich mal Feuerholz.“
Charlotte: „Gibt kein Feuerholz. Nur Kokosnüsse.“
Felix: „Aber die stinken doch so wenn sie brennen!?“
Charlotte: „Ja.“ Schweigen. „Ich geh mal aufs Klo.“
Felix: „Gibt kein Klo. Aber da steht ne Kloschüssel in der Hütte hinter dem Schweinestall.“
Charlotte: „Dann gibt’s ja doch ein Klo.“
Felix: „Ansichtssache.“
Charlotte: Schnauft „Einsame Insel muss wohl so sein.“
Felix: „Hast du das andere Pärchen, was kurz vor uns angekommen ist?“
Charlotte: „Logo.“
Felix: „Sind zwei Berliner.“
Charlotte: „Was? Aber das andere Pärchen was mit uns hergefahren ist sind doch auch zwei Berliner.“
Felix: „Ja.“
Charlotte: „Also sind jetzt sechs Berliner auf der Insel?“
Felix: „Genau genommen kommt Rene aus Königswusterhausen. Er ist also nur post faktisch ein Berliner.“
Charlotte: „Du meinst, so wie das Klo da hinten nur post faktisch ein Klo ist?“
Felix: „Kein Sorge, die halten keine 24 Stunden durch.“

Eine Unterhaltung über das Berghain später (was ja wirklich meeeega geil ist, wenn man reinkommt), hauen die beiden ersten Berliner ab. Nochmal 48 Stunden später auch die anderen beiden. Sie hat Magen und seit zwei Tagen nur im Zelt gelegen.

Es ist nicht ganz leicht ein Abenteurer zu sein. Aber an einem Ort wie diesem, ohne jeden Komfort, sogar ohne das Nötigste, spielt die Zeit für einen. Es gibt nichts. Die Matratzen in den billigen Zelten sind dünn wie Löschpapier, es gibt keine Möglichkeit etwas zu kaufen, keine Dusche, keinen Lüfter, kein Waschbecken, keine Spüle. Das Wasser kommt aus einem Brunnen im Wald, Trinkwasser wird von Fischern auf Bestellung in großen Kanistern angeliefert. Wer Feuerholz holt wird von Mücken gefressen, alle Sägen sind stumpf, die Axt und die Machete genauso. Außerdem gibt es noch zwei Schaufeln und einen Hammer. Das ist alles, was Karel in Sachen Werkzeug besitzt. Das Camp ist einem Zustand, den kein Deutscher akzeptieren kann. Das einfachste Mittel, um deutsche Touristen loszuwerden, ist schlechte Organisation und ein Hauch von Chaos. Zack rauft sich selbst ein Berliner Mittzwanziger die Haare, meckert noch ein bisschen und macht sich dann dünne.

Unsere Insel, Dimancal, ist phantastisch. Deswegen haben wir fast eine Woche mit Karel und Jystina dort verbracht. Alles was du zum Leben brauchst, liegt 20 Meter in jede Himmelsrichtung. Hinter dir sind die Palmen voller köstlicher Kokosnüsse. Jede trägt mindestens einen halten Liter Kokoswasser in sich. Vor dir das Meer voll mit Fischen, Krebsen, Langusten und Tintenfischen. Nachts ziehen ein paar Fischer an der Insel vorbei. Die Boote strahlend erleuchtet, um die Beute anzulocken. Es sieht aus wie Weihnachten. Über uns leuchtet der Mond. Rechts von dir liegen Korallen, aus den feineren kann man Fundamente für Hütten aufschichten, links liegt Treibholz aus denen Möbel, naja gut „Möbel“, gebaut werden können. Fundamente bauen ist weniger empfehlenswert, selbst um 9 Uhr schwitzt man einen halben Liter in 15 Minuten. Es ist sehr warm. Aber wer eine Duschkabine bauen will muss leiden. Deine Badewanne ist das Meer, die Seife ist der Sand, und das Handtuch ist die Sonne. Den frischen Fisch von den Dorfbewohnern von nebenan wickeln wir in Palmblätter und legen ihn auf die heiße Glut des Lagerfeuers. Dazu Kartoffeln und etwas Reis. Du wachst mit dem ersten Hahnenschrei auf, arbeitest den ganzen Tag ein bisschen hier und ein bisschen da und gehst abends angetüdelt ins Bett. Karel ist Pegeltrinker, Bier gibt es immer auf Dimancal. Wir arbeiten 2 Stunden am Tag und wohnen dafür umsonst. Er möchte lediglich vier Euro für Essen pro Tag pro Person haben. Da wir für eine Legion eingekauft haben, bevor wir gekommen sind, entfällt auch das in unserem Fall, weil er es verrechnet. Leben im Paradies. Gratis. Karel hat keine Regeln, macht keine Vorschriften und redet nur im Flüsterton. Abends schmeißt er seine Musikanlage an, das Lagerfeuer brennt, die Sterne prangen und wir hören Jimmy Hendrix, The Eagles, Ella Fitzgerald und aus irgendeinem Grund auch The Prodigy, Kruder & Dorfmeister uvm. Wird es dir zu warm, gehst du ins Meer und schnorchelst eine Stunde. Oder legst dich in eine Hängematte und liest ein Buch. Es gibt kaum Geräusche. Die einzigen sind die Wellen und das Meer. Mehr nicht. Sagen wir mal so: Ist was ganz anderes als die Dortmunder Innenstadt oder der Potsdamer Platz. Ganz anders. Wirklich ganz ganz anders. Echt. Manchmal knattert ein Boot in der Ferne vorbei. Aber selten. Sehr selten. Nach ein paar Tagen kochen wir Spaghetti mit Tomatensoße im selbst gebauten Dreifuß über dem Lagerfeuer, als hätten wir nie was anderes gemacht. Ein Drittel Seewasser, zwei Drittel Trinkwasser, perfekte Mischung für die Nudeln. Die Soße verliert über die Tage ihr rauchiges Aroma. Jystina denkt sie hat Dengue-Fieber. Hat sie aber nicht. Es gibt im Camp für keinen Topf einen passenden Deckel, aber wir sind der passende Deckel für diese Insel. Charlotte und ich arbeiten perfekt Hand in Hand und nach vier Tagen schmeißen wir den Laden alleine.

Linapacan

Ist ein wirklich sehr kleine Insel. Aber gigantisch gegen Karels Exklave. Wir reisen über Linapacan nach San Fernando auf Palawan. Die Hauptinsel der Region. 1000 Einwohner und 4 Touristen auf Linapacan. Das Versorgungsboot ist schon seit 3 Tagen zu spät. Alle Restaurants haben geschlossen. Also alle beide. Es gibt nur Cheeseburger (igitt) und Asia-Becher-Nudel-Gewichse (igitt-igitt). Strom von 17 Uhr bis 24 Uhr. Wenn man duschen will, muss man bisschen darauf achten, dass der große Eimer im Bad voll mit Wasser gefüllt wurde. Sonst wird das nichts. Das Klo spült man mit demselben Wasser.

Charlotte: „Wollen wir drüber reden?“
Felix: „Näh… voll geil alles.“

Die Insel ist übervoll mit Kindern und alle sagen dir „Haaaallo“ wenn du ihren Weg kreuzt. Winken und wollen dir High Five geben. Alle. Man fühlt sich wie der Herr Direktor. Auf der Insel treffen wir zwei Berliner. Post faktische. Er kommt aus Leipzig und sie aus… schießmichtot, Göttingen oder so. Wohnen in Weißensee. Berghain finden sie geil. Aber es war wirklich ein schöner Abend mit den beiden. Man trifft gar nicht mal so häufig Menschen mit denen es auf Anhieb angenehm ist und interessant und witzig bleibt. Das Eis war gebrochen als er die Verkäuferin „How much is the fish?“ gefragt hat, wir alle anfingen laut zu lachen und die Verkäuferin dachte wir haben nicht mehr alle Nylonfäden im Bambus. Womit sie eventuell Recht hat.

Palawan

Es ist der reinste Urlaubskitsch. Wir wohnen in einer Bambushütte und lassen es uns wirklich sehr gut gehen. Eine 75-Minuten Massage kostet 8€, eine Nacht in der Hütte 10€. Ein Bier kostet 1€. In Sabang gibt es einen spektakulären Untergrundfluss. Die Bilder geben zarte Eindrücke, wie es sich anfühlt durch die Geschichte der Erde zu paddeln.

Fortsetzung folgt…

Eine Insel namens Ketut

Warnung: Der folgende Beitrag enthält explizite Sommerdarstellungen in Wort und Bild und sehr niedliche Affen und kann auf Menschen aus dem winterlich-depressiven Spektrum verstörend wirken. (Anmerk. d. Red.)

In Bali heißen alle gleich! Das ganze schlüsselt sich dadurch auf, als wievieltes Kind man geboren wurde. Das bedeutet das alle Wayan, Putu, Gede, Iluh, Made, Nengeh, Komang oder Ketut heißen. Mehr Namen gibts nicht. Und dann dafür aber ein kompliziertes System in welcher Reihenfolge diese Namen kommen. Verrückt. Wobei, in Griechenland heißen im Prinzip alle Männer Georgios und es funktioniert auch.

Eine Insel namens Ketut weiterlesen

Das Beste kommt zum Schluss

Hallo ihr Lieben!

Wir wohnen in Melbourne bei Freunden in einer friedlichen Wohngegend mit lauter Eigenheimen. Charlotte schneidet gerade das Obst für die Pavlova. Ich nippe an einem Apfel-Cider mit Eiswürfeln. Draußen sind es angenehme 23 Grad. Bisschen frisch vielleicht. Vorgestern waren es noch 38 Grad. Aber man lässt es so über sich ergehen. Unsere Gastgeber sind Laurie und Louise, Freunde von Emma und Marc. Wir wohnen hier für drei Wochen bevor es weiter nach Asien geht. Unsere neuen Gastgeber sind wirklich sehr großzügig und laden uns auf alles ein. Selbst ihre Autos teilen sie mit uns, 7 an der Zahl. So kam es dazu, dass Charlotte und ich gestern mit ihrem schwarzen ’97 Jaguar XJR durch die melbourner Innenstadt geglitten sind. Ein tolles Gefühl. Fährt sich ganz anders als ein Mitsubishi. Unser eigenes Auto haben wir für erfreuliche 6000$ verkauft. 600$ mehr als wir damals bezahlt haben.

Das Beste kommt zum Schluss weiterlesen

Houston, wir haben Rauch in der Kabine!

Es sind die letzen 60 Tage, die wir in Australien verbringen. Alle Pfirsiche sind geerntet, alle Avocados verpackt und alle custard apple Bäume vom Laube befreit. Die Messen sind also gesungen. Jedenfalls für uns. In der kommenden Saison werden sich dann andere Backpacker wieder mit diesen wunderbaren Arbeiten beschäftigen dürfen.

Houston, wir haben Rauch in der Kabine! weiterlesen

Goodbye Blackwattle Farm

Haaaaallo!

Eine weitere Zäsur steht ins Haus. Unsere Zeit auf der Blackwattle Farm neigt sich gen Ende. Nach dreieinhalb Monaten satteln wir wieder unseren 4×4. Campingequipment verstaut, Dachkisten festgezurrt, Werkstatt besuchen, Deo rauf, ein paar Liegestütze gemacht – we are back on the road! Das Ostback und der Ayers Rock (Uluru) warten!

Goodbye Blackwattle Farm weiterlesen

Die Entdeckung der Schnelligkeit oder „Aber der Wagen der rollt…“

August! Um Himmels willen. Es ist August. Die Zeit rast! Das ist ein zweischneidiges Schwert. Zum Einen: wir haben es geschafft in Australien Fuss zu fassen. Juhu! Wir sind nach Australien gegangen und ziehen es volle Möhre durch. Zum Anderen: Wir müssen doch noch viel viel viel mehr sehen!

Aber: 8 Monate haben wir in Down Under auf dem Buckel, 8 weitere Folgen noch. Halbzeit.

Das große Halbzeit-Gewinnspiel!

Die Entdeckung der Schnelligkeit oder „Aber der Wagen der rollt…“ weiterlesen

Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad…

2000 Kilometer später melden wir uns nach fast einmonatiger Abstinenz wieder im Blog.

Alle Brüder Wendt / Walther hatten schon Geburtstag, das Familienpferd wird bald umziehen, Muttern hat sich (wahrscheinlich mal wieder voll auf Nitro) den Arm abgesäbelt, Elise hat in New York gelebt und Philipp scheinen sie die Finger amputiert zu haben, weil von dem hört man gar nichts mehr, Vater Wendt träumt wirres Zeug aus dem Konditoreiwesen und Ben und Conny entscheiden sich zwischen Grohe oder Villeroy und Boch. Wahrscheinlich kann Jannick schon Purzelbaum rückwärts und Maxim beherrscht die Exponentialfunktion. Oder sowas… Es ist die Hölle los bei der Familie in Deutschland – und was machen wir? Nicht genug Postkarten schreiben.

Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad… weiterlesen

Schaffe, schaffe Häusle baue!

Liebe Gemeinde, Freunde, Familie, Kollegen, Nachbarn…. und überhaupt alle.

Seit knapp 14 Tagen sind Charlotte und ich getrennt. Räumlich getrennt.

Im letzten Eintrag haben wir erzählt wie gut die Bezahlung ist. Und erwähnt, dass wir eine nicht ganz unerhebliche Rechnung aus der Autowerkstatt zu berappen haben. 5 Tage später hat mir die Besitzerin vom Supermarkt zu verstehen gegebenen, dass sie mir leider keine Stunden mehr anbieten kann. Ja, ne, is klar… Es kommen keine Kunden und 4 Angestellte kann sie sich nicht mehr leisten. Hmm, achso, ja… Deswegen muss einer gehen und da ich zuletzt dazugekommen bin, werde ich als erster gehen müssen. Ah, verstehe, logisch… Dafür kommt ein neuer der aber mehrere Monate bleibt und deswegen planungstechnisch für sie sicherer ist. Achso, na… hääh?

Schaffe, schaffe Häusle baue! weiterlesen

Inside Coles Bay

Es ist Freitag, der 13. Mai und wir sind seit 125 Tagen weit entfernt von der Heimat. Wobei – stimmt das denn?

Wir haben eine neue Heimat. Sie heißt Coles Bay und liegt an der Ostküste Tasmaniens. 200 Kilometer von Tasmaniens Hauptstadt Hobart und genauso lange von Launceston entfernt, was die nächsten größeren Städte sind. 1953 hat in Coles Bay das erste Postamt eröffnet, nachdem von hier aus Walfang und Bergbau betrieben wurden. Also sprich – als meine Oma schon Briefe schreiben konnte, gab hier noch nicht mal eine Post. So jung ist der Ort. Tzühe… Inside Coles Bay weiterlesen

Tasmanien, du gefällst!

Tasmanien – unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2016. Dies sind die Abenteuer des Geländewagens Freitag, der mit seiner 2 Mann starken Besatzung 1 Jahr lang unterwegs ist, um neue Welten zu erforschen, neues Leben und neue Zivilisationen. Viele Lichtjahre von Deutschland entfernt, dringt Freitag in australische Buschlandschaft vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat. Tasmanien, du gefällst! weiterlesen